Artist Statement
Splitter der Gefühle – Geschichten zwischen Zerstörung und Neuschöpfung
"GAJA, die Erde, der Ursprung aller Leben, die Weiblichkeit. Faszinierend, Inspirierend und Erquickend. Für mich eine phantasievolle Reise in eine facettenreiche Welt der Weiblichkeiten, der Menschlichkeiten und dem Abenteuer Miteinander. Durch meine Technik des Zerreissens von Aktstudien, die ich in eine neue Geschichte einbringe, des Zerstörens, verwoben mit meiner eigenen Gefühlswelt, kann für mich unbekannte, neue Sichtweisen bringen. Meine Herangehensweise mit einem gewissen Humor und Ironie legt sich wie eine schützende Decke über manch provokantem Werk von mir. Eingebunden in den Geschichten spiegeln sich viele Leben. Spiegel widerspiegeln nur Sichtbares. Die Stille in unserem Inneren ist die Lauteste und Unsichtbarste. Sie ist ein Archiv. Ein Archiv der Gefühle, die sich wie KI dann selbständig zu einem Ganzen fügen. Allerdings porös. Dadurch eröffnen sich unzählige Splitter. Splitter der Hoffnung, des Verlangens, des Zweifels, der Freude und Erfüllung. Diese fügen sich wie ein Puzzle zu einem Bild. Mit offenen, spielerisch fantasievollen Gedanken, sollte man in meine facettenreichen, farbenprächtigen Geschichten eintauchen. Den Blick und das Herz öffnen, die Menschen so betrachten, wie man selbst gerne betrachtet werden will."
VOM CHAOS ZU KUNST
Ellen Bittner, in Wien geboren, fand ihre Kreativität im Mangel: Im Nachkriegskeller der Eltern, zwischen Paketen aus Amerika, begann sie Material zu sammeln, zu kombinieren und zu verwandeln. Was als Selbstermächtigung im Alltag begann – das „künstlergerechte“ Outfit aus Fundstücken – wurde zur ästhetischen Grundhaltung: Aus Vorgefundenem Neues zu schaffen, Schichten freilegen, Identität zusammensetzen.
Die Ausbildung Textildesign prägte mit der Kombination Farbe und Zeichnung die weitere Entwicklung. Werbegrafik und Zeichentrick ergeben eine bewegte Linie und ein sicheres Gespür für Rhythmus und Farbe. Heute konzentriert sie sich auf den Menschen – vor allem den weiblichen Akt – als Ort der Stärke, Empfindsamkeit und Mut. Ihr Markenzeichen sind die Reissgemälde: Aktstudien werden aus der Starrheit des Papiers herausgerissen, collagiert mit Hautleim auf Leinwand, mit Öl, Acryl und Mischtechnik malerisch weitergeführt. Das Zerren, Zerlegen und Neu-Fügen ist bewusst ambivalent: ein kurzer Gewaltakt, der in Lebendigkeit mündet. Untere Schichten bleiben sichtbar, treten in Dialog mit frischen Farbkörpern, Siebdrucküberlagerungen setzen Akzente. So entstehen Bildräume zwischen Konstruktion und Erosion, Präsenz und Auflösung – mit Platz für Humor und Ironie. Bittners Arbeiten erzählen von Vergänglichkeit und Widerstand, von der Fülle weiblicher Körperlichkeit und dem Kontrast männlicher Figur. Ihre Collagen Malereien wirken unmittelbar körperlich und zugleich reflektiert: Zeichnung und Malerei, Spur und Farbe, Erinnerung und Gegenwart verschränken sich zu einer eigenständigen Bildsprache. Werke von Ellen Bittner befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen; Ausstellungen im In-und Ausland sowie Verkäufe nach Österreich, Deutschland, Frankreich, England und Übersee begleiten ihren Weg. Das wachsende Interesse von Kunstexperten bestätigen die Relevanz dieser künstlerischen Position.
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